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IDÆISCHES LICHT
ZWEITES BUCH



»Eine Welt in einem Licht, das oft beschrieben ist. Es ist Morgen, der Nordwind hat sich erhoben, der die Barken Athens nach den Zykladen treibt, und das Meer nimmt, wie bei Homer, die Farben des Weins und der Veilchen an, gegen die verrosteten Felsen schlägt es sanft, alles ist durchsichtig, jedenfalls in Attika, alles hat Farben, auch die Olympischen, Pallas, die Weiße, und Poseidon, der Azurgott. Ja durchsichtig, das ist das Wort, was aus der Hand der Griechen geht, das ist räumlich da, stark belichtet, Plastik, reiner Gegenstand, seine Jahrhunderte bereicherten den Peloponnes, stellten die Hügel und Inseln voll, lagerten etwas über die Weideflächen, erhöhten sie geographisch über den Meeresspiegel, und zwar mit etwas, was Ausdruck gewonnen hatte; Gelebtes, gekerbt vom Willen und den Erfahrungen der Rasse; Porphyr, bearbeitet von Traum, Kritik und höchster Vernunft; Ton und darauf die Linien menschlicher Bewegung, seiner Handlungsweisen, seiner Gesten, seines räumlichen Gefüges.«

GOTTFRIED BENN