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Aus »Winterlandliebe«. Gedichte 2016, Vers 44774 bis 44805

PROLOG ZU EINEM EMIGRANTENROMAN


Das deutsche Elend meinen auszumisten,
Die täglich sich zu neuen Phrasen schrauben,
Doch Klima, Feinstaub oder gar Rassisten
Sind Feinde nicht von Hoffnung oder Glauben:
Es ist zuerst der Aberglaub, daß reifer
Als Frühere man sei und gar gesünder,
Sind Zeitung oder Glotze gut für Eifer,
Und das Ererbte Standgut, das man plünder.

Wer redet? hör ich – keiner der Experten,
Die wohlbestallt für eine Lobby wettern,
Kein Börsenguru glänzender Offerten
Und auch kein Mime auf den seichten Brettern.
Ich blieb dem Leben keinen Groschen schuldig,
Der Lieb, der Lust, der Frohnatur der Kinder,
Und hoffte stets, ich sei nur ungeduldig,
Und viele träumten meinen Traum nicht minder.

Doch deren Traum, von Fetischen umstellter,
Ist Totentanz mit heuchlerischen Riten.
Was dient dem Baum, ist er schon ein gefällter?
Man sorg, daß er nicht ruf die Parasiten!
Wer redlich focht, daß dieses Land sich besser,
Wird schließlich klug, zu retten was zu retten.
Ich flieh die Ausflucht und erkenn das Messer,
Wo andere sich mit Stolz ans Schlachthaus ketten.

Ich hab an etwas heiteren Gestaden
Den Raum gefunden, um nicht zu verbittern,
Und in der Flut des Ozeans zu baden,
Ward Balsam, nicht vor Gram und Zorn zu zittern.
Und siehe, aus dem Urschaum stieg die Liebe
Und offenbarte ihre Schöpfungsfrühe
Und zeigte zärtlich, wenn ich bei ihr bliebe,
Sei gleich, was auf der Weide muhn die Kühe.