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Aus »Unstrutleuchten. Zweites Buch«. Gedichte 2020, Vers 45612 bis 45643

GALMEI-GRASNELKE


Galmei als Kiesel oder Spat,
Zum Messingmachen abgebaut,
Damit das Kupfer golden schaut,
Legt in die Aue manchen Pfad.

Ein Kraut verzagt an dem Metall,
Ein andres füllt die Lücke gleich,
Untrüglich weiß das Pflanzenreich
Von alter Müh und vom Verfall.

Daß man hier Kupfer und Galmei
Geschürft, zeigt uns die Nelke stracks,
Auf Blatt und Stengel hütet Wachs
Sie straff und ledrig im Julei.

Sie dauert gut und polstert rings,
Ganz kuglig ist ihr Blütenstand,
Hüllblätter weiß mit rosa Rand
Sind Schmuck des anspruchslosen Dings.

Pfahlwurzelnd gibt sie sich die Ehr,
Ob man ihr wohlwill oder nicht,
Und hütet die Familiengschicht:
Der Vorfahr kam vom großen Meer.

Sie sagt auch, daß die Sämerein
Nicht erst die neuste Zeit verschleppt,
Und mancher Raubbau wär versteppt,
Schlich sich da nicht ein Neuling ein.

Die Bottendorfer Varität
Ruft hierher den Botanicus
Von weiter, als man glauben muß,
Daß ihr Erinnerung gerät.

Und ist er heute nur im Geist
Bei Wandersleuten auf der Flur,
Erinnert uns die Nelkenspur,
Die er bottendorfensis heißt.